Jahresrückblick 2007 der Lilly-Jordans- Schule Herbertingen
Ein denkwürdiger Tag in den Annalen unserer Schule war sicherlich der 6. Mai 2006, an dem wir in Anwesenheit von Frau Lilly Jordans in einem festlichen und fröhlichen Rahmen die Umbenennung unserer Schule in Lilly- Jordans- Schule feiern konnten.
Leider verstarb unsere Namensgeberin am 19.März 2007. Im Namen der Kinder, Eltern und des Kollegiums ehrte der Schulleiter mit einem farbenprächtigen Blumenkranz die Verstorbene.
Wir alle hoffen natürlich, dass trotz der derzeitig heftigen und sicherlich noch nicht abgeschlossenen
Diskussion um den Erhalt von Schulstandorten, die Lilly-Jordans- Schule eine feste Größe in der Schullandschaft des Landkreises bleiben wird. Diese Zielrichtung muss zukünftig verstärkt nicht nur Aufgabe der Schulleitung und der Elternschaft sondern aller politisch Verantwortlichen vor Ort und der ganzen Bürgerschaft sein.
Erste Schritte in diese Richtung wurden im ablaufenden Jahr begonnen.
Nach Jahren der Diskussion, der Planung und der verschiedensten Entscheidungsprozesse war für alle Bürger die äußerliche Umsetzung schulischer Entwicklung in der Gemeinde sichtbar. Durch den Spatenstich am 19.07.2007 für die Erweiterung der Grundschule zur Schaffung von Räumen für die Ganztagesbetreuung wurde eine Baumaßnahme offiziell begonnen, die zum einen die trotz sinkender Schülerzahlen notwendige Bereitstellung von Räumen im Grundschulbereich und zum anderen die Schaffung des äußeren Rahmens für die Einführung der Ganztagesbetreuung zum Ziel hat.
Nach Abschluss dieser Maßnahme wird der zukünftige Schwerpunkt von Gemeinde und Schule darin bestehen, auch angesichts der erwähnten schulpolitischen Strukturdebatte, durch überzeugende inhaltliche Konzepte den Schulstandort Herbertingen zu festigen. Dies beinhaltet eine noch stärkere Zusammenarbeit aller am Bildungs- und Erziehungsprozess beteiligten Kräften in der Gemeinde, zu denen ich neben Schule und Kindergärten auch die professionelle Jugendarbeit des Hauses Nazareth und ganz besonders das wertvolle ehrenamtliche Wirken in den Vereinen rechne.
Wie in den vergangenen Jahren möchte ich Ihnen Informationen zu verschiedenen Punkten geben:
1. Zahlen, Strukturen und Personal
Die Gesamtschülerzahl der Lilly-Jordans-Schule beträgt in diesem Schuljahr 382 Kinder.
Das ist ein Rückgang um 20 Schüler. Davon besuchen 226 Schülerinnen und Schüler die Grundschulklassen in Herbertingen und 136 die Hauptschule. In Hundersingen musste auf Grund der stark zurückgehenden Schülerzahlen aus den Klassenstufen 1 und 2 eine kombinierte Klasse mit 20 Schülern gebildet werden.
Von den 94 Fahrschülern kommen 58 aus Hundersingen, 13 aus Marbach, und 23 aus Mieterkingen. Insgesamt 27 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten 478 Wochenstunden in den 17 Klassen unserer Schule.
In einer sehr gelungenen Einschulungsfeier in der überfüllten Alemannenhalle konnten wir 45 Erstklässler als neue Mitglieder unserer Schulgemeinschaft begrüßen. 35 Jugendliche verließen unsere Schule mit dem Hauptschulabschluss. 8 davon besuchen unsere Partnerwerkrealschule in Hohentengen und versuchen dort nach einem Jahr die “Mittlere Reife“ abzulegen. Von den 65 Viertklässlern wechseln 27( 41,5%) an die Hauptschule und bleiben damit dem Schulstandort Herbertingen erhalten.
Beim Lehrpersonal ist außer den Referendarinnen Frau Weiß und Frau Raab kein Abgang zu verzeichnen. Frau Haid leistet im Rahmen ihrer Ausbildung als Lehreranwärterin ihren Vorbereitungsdienstet an der Schule ab.
Erstmalig hat die Schule mit Frau Vollert eine ständige Krankheitsvertreterin zur Verfügung, die den Unterrichtsausfall möglichst gering halten soll. Leider ist unser Kollege Föhrenbacher durch einen schweren Autounfall in den Sommerferien noch nicht einsatzbereit. Seine Aufgabe wird bis auf weiteres von Herrn Rösch übernommen.
Verabschiedet hat sich die Schule auch von Pfarrer Grosse, der durch seine Gottesdienste bei den verschiedensten Anlässen immer nachhaltige Impulse und Anregungen den Schülern mitgegeben hat.
2. Unterrichtsarbeit und Veranstaltungen
Vom Landtag beschlossen wurde die Selbst- und Fremdevaluation an den Schulen. Für uns bedeutet dies, dass unter Mitwirkung von Kollegium, den Schülern und den Eltern zunächst zu verschiedenen Themenbereichen eine eigene Untersuchung der geleisteten Arbeit an der Schule durchgeführt wird, bevor dann durch Fremdevaluatoren Aussagen über die Qualität dieser Arbeit gemacht werden.
Daran anschließende Zielvereinbarungen sollen zur Verbesserung der schulischen Ausbildung führen.
Dass wir einer solchen Erhebung gelassen entgegensehen können, beweisen unter anderem nicht nur viele positive Rückmeldung über unsere Schüler von anderen weiterführenden Schulen, sondern auch das große Engagement der Lehrkräfte bei der Durchführung der zahlreichen außerunterrichtlichen Veranstaltungen.
Wir können mit einem vielfältigen Angebot an Wandertagen, Schullandheimaufenthalten, Theaterbesuchen, Teilnahme an Sportveranstaltungen oder Lerngängen zu außerschulischen Einrichtungen aufwarten.
Die alltägliche Unterrichtsarbeit wurde aufgelockert durch Aktionstage zu den verschiedensten Jahreszeiten, Weihnachtsfeiern, Schülergottesdienste oder schulinterne Sportveranstaltungen.
Das Kollegium ist auch weiter bereit, trotz mancher auftauchender Schwierigkeiten, diesen für das Schulleben wichtigen Gesichtspunkt mit zu tragen, zu pflegen und weiter zu entwickeln. Immer häufiger benötigen wir aber die Mithilfe unserer Elternschaft.
3. Elternzusammenarbeit
Schon immer wurde an der Schule auf eine gute Zusammenarbeit mit der Elternschaft Wert gelegt. Denn ein gutes und vertrauensvolles Miteinander, lässt auch Platz für die im Einzelfall kritische Auseinandersetzung. Bereits nach einem Jahr ihrer Tätigkeit haben Frau Regine Schwab und Frau Annette Huber-Fischer als Verantwortliche der Elternschaft bewiesen, dass sie als kompetente Ansprechpartnerinnen aber auch als engagierte Vertreterinnen der Eltern sich in hohem Maße für die vielfältigen Belange an der Schule einbringen. Beispielhaft sei die Durchführung der Vorlesestunden in der Grundschule erwähnt.
Einstimmig wurden sie von den Eltern in ihrem Amt bestätigt. Als Schriftführerin wurde Frau Diana Grimm in den Elternbeirat gewählt
4. Förderverein
Zu einem wichtigen Bestandteil für die Unterstützung schulischer Angelegenheiten entwickelt sich unser Förderverein. Erfreulicherweise konnten weitere Mitglieder und Sponsoren gefunden werden, von denen „Die Aktion Eine Welt“ erwähnt werden soll, die sich damit für die Unterstützung anlässlich ihres Benefizlaufes bedankte.
Auch durch eine von der 1. Vorsitzenden Frau Marlies Sauter organisierte Kleiderspendenaktion gewann der Förderverein weiteren finanziellen Spielraum.
5. Schulsozialarbeit und außerschulische Partner
Immer mehr zeigt sich, dass die Schulsozialarbeit des Hauses Nazareth und die Umsetzung durch Frau Kathrin Goldhofer als Verantwortliche vor Ort, ein unverzichtbarer Baustein im präventiven und sozialerzieherischen Bereich an der Schule geworden ist. Durch vielfältige Angebote und gezielte Beratung kann die Lösung von Verhaltensproblemen einzelner Schüler aber auch die Stärkung aller anderen Schüler bewirkt werden.
Sicherlich muss auf Grund des immer stärker werdenden zeitlichen Aufwands an einen Ausbau des Beschäftigungsgrades gedacht werden.
Gemäß dem Schulleitbild, das die Verankerung in der Gemeinde als wesentlichen Grundsatz beinhaltet, arbeiten wir mit zahlreichen Kooperationspartnern und Vereinen bereits seit Jahren erfolgreich zusammen. Die geplante Ganztagesbetreuung wird sicherlich weitere Berührungspunkte mit sich bringen. Auch die in der Hauptschuldiskussion geplanten Veränderungen werden ein engeres Zusammengehen mit Firmen und Betrieben notwendig machen. Das gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit den Kindergärten und ihren Trägern.
6. On lève rideau - Beginn einer Freundschaft – Beitrag der Schule zur Partnerschaftsfeier
Neben der alltäglichen intensiven Unterrichtsarbeit sind es immer wieder besondere und markante Ereignisse, die das Profil einer Schule ausmachen. So war es 2007 der Beitrag der Schule zum 10-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Saint Paul – en - Jarez dessen Vorbereitung und Umsetzung in ein szenisches Schauspiel mündete, das - ähnlich wie die Aufführung der „Zeitreise“ im
Jahre 2004 - ein überragendes Echo, besonders auch bei unseren französischen Freunden, fand. In zwei Aufführungen bewiesen die 4. Klassen unserer Grundschule, auf welch hohem Niveau ein von Gabi Steinacher entwickeltes Drehbuch realisiert werden kann, wenn das Zusammenspiel von Schülern und Lehrern und besonders auch der eingebundenen Eltern engagiert und vertrauensvoll funktioniert.
Nicht vergessen werden soll im Zusammenhang mit der Partnerschaftsfeier die Betreuung der über 30 französischen Schülerinnen und Schüler durch die Schule, bei deren Organisation ganz besonders Monika Fangmeyer federführend war.
7. Herausforderungen
Wie eingangs schon erwähnt, wird die Suche nach dem richtigen Weg der Bildung und Erziehung und damit der Zukunft unserer Gesellschaft nicht halt machen vor der Diskussion um bestehende
Strukturen und Inhalte der Bildungseinrichtungen vor Ort. Dies beinhaltet sicherlich auch, ob man es nun will oder nicht, die Abkehr von liebgewordenen und für sinnvoll erachteten Überzeugungen bei Lehrerinnen und Lehrern, bei den Erzieherinnen der Kindergärten, den Trägern der Bildungseinrichtungen oder bei den Eltern. Um in diesem, von der Politik häufig vorgegebenen Spiel Bestand zu haben, muss in der Gemeinde neben den vielen anderen Problemen, verstärkt das Augenmerk auf die notwendigen Interessen der Kinder jeden Alters noch mehr in den Vordergrund gerückt werden.
Die Lilly- Jordans- Schule wird sich dieser Herausforderung stellen.
Dazu ist uns Mitarbeit und Unterstützung in jeder Form willkommen.
Deshalb lade ich ganz herzlich alle ein, die bereit sind, zum Wohle unserer Kinder und Enkelkinder und deren Zukunft mit persönlichem Einsatz mitzuwirken.
Ich bedanke mich für die Unterstützung, welche die Schule im vergangenen Jahr erfahren durfte, bei meinem Kollegium für das Engagement im Unterricht und in den vielfältigsten schulischen Bereichen, bei der Schulsozialarbeit für die unterstützende Begleitung, beim Elternbeirat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, bei den Schülerinnen und Schülern am Mitwirken eines weitgehend konfliktfreien Unterrichts- und Schulklimas, bei den Angestellten des Schulträgers für die Arbeit in der Verwaltung und Organisation der Schule und der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat als Vertreter des Schulträgers für die gezeigte Offenheit für schulische Belange.
Der ganzen Bürgerschaft wünsche ich frohe, besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2008.
Peter Maerz, Rektor