Jahresrückblick 2008 der Lilly- Jordans - Schule  Herbertingen

 

 

Fast jeden Tag überfluten uns die Zeitungen und Medien mit Berichten über Bildung und Erziehung.

Seitenweise wird selbst in unserer lokalen Presse zu diesen Themen Stellung genommen. Schulpolitische - und strukturelle Diskussionen beschäftigen Kollegien, Schulleitungen, Schulträger und Schulverwaltung. Erst kurz verteilte Verantwortlichkeiten werden wieder aufgelöst. Maßnahmenpakete werden geschnürt und wieder in die Ecke gestellt. Eltern und Schulleiter rebellieren. Die verschiedensten politischen Richtungen und Strömungen  preisen ihre Konzepte als die einzig richtigen an.

Wie kann die Schule vor Ort, mit ihren Kindern, mit ihren Eltern, mit ihrem Kollegium und ihrem Schulträger in diesem Tsunami der Meinungen und Einstellungen eigentlich dem vorgegebenen Bildungs- und Erziehungsauftrag  überhaupt noch nachkommen?

Ich denke, die Beantwortung dieser Frage kann nur darin liegen, dass alle am Schulleben Beteiligte vor Ort, gemeinsam, kommunikativ  und kooperativ zusammenarbeiten, die für richtig erkannte Ziele und Vorstellungen beharrlich , konsequent und ohne Hektik verfolgen. Oberste Priorität müssen dabei die Kinder und Jugendliche haben. Dabei muss der Vielfalt und Verschiedenheit der Kinder Rechnung getragen und diese  entsprechend gefördert und gefordert werden. Es gilt aber auch die Lilly-Jordans-Schule als schulische Einrichtung so auszubauen und schlagkräftig aufzustellen, dass sie die, nach den Kommunalwahlen sicher verstärkt auftretenden Diskussionen um Schulstrukturen, möglichst unbeschadet übersteht.

Meine Funktion als Schulleiter sehe ich darin, diese Prozesse aufmerksam zu beobachten, darauf zu reagieren und zielgerichtet zu handeln. Das heißt aber auch, hin und wieder kontrovers geführte Auseinandersetzungen mit Gelassenheit zu ertragen und Kompromisse anzustreben.

 

 

Im Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr möchte ich die Bürgerinnen und Bürger  über wichtige Ereignisse aus dem Bereich der Lilly-Jordans-Schule informieren.

 

1.     Zahlen, Strukturen und Personal

 

Die Gesamtschülerzahl der Lilly-Jordans-Schule beträgt in diesem Schuljahr 355 Kinder.

Das ist ein Rückgang um 27 Schüler. Davon besuchen 215 Schülerinnen und Schüler die Grundschulklassen in Herbertingen und 124 die Hauptschule. In Hundersingen wird  den aus Klassenstufen 1 und 2 eine kombinierte Klasse mit 16 Schülern geführt. 

Von den 98 Fahrschülern kommen 67 aus Hundersingen, 8 aus Marbach, und 17 aus Mieterkingen sowie 6 Schüler aus 3 anderen Gemeinden.

Insgesamt 23 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten 505 Wochenstunden in den 16 Klassen unserer Schule.

Gegen den allgemeinen Trend konnten wir mit 50 Erstklässlern 5 Kinder mehr als im letzten Jahr einschulen. 33 Jugendliche verließen unsere Schule mit dem Hauptschulabschluss. 10 davon besuchen unsere Partnerwerkrealschule in Hohentengen und versuchen dort nach einem Jahr die “Mittlere Reife“ abzulegen. Von den 63 Viertklässlern wechseln 25( 39,7%) an die Hauptschule und bleiben damit dem Schulstandort Herbertingen erhalten.

Beim Lehrpersonal kam es durch Pensionierung, Abordnung und Versetzungen  zum Teil zu gravierenden  Einschnitte. So sind Herr Renz, Herr Behrens, Herr Rösch, Herr Pfarrer Gog, Herr Lipp und Frau Wilbs nicht mehr an der Schule tätig. Besonders bei Frau Wilbs konnte ich mich im Rahmen ihrer Verabschiedung in den Ruhestand für die langjährige engagierte Arbeit bedanken.

Erfreulicherweise wurde diese Lücke mit Frau Platzer und Frau Sitterle durch junge Kolleginnen geschlossen. Frau Wiegand leistet im Rahmen ihrer Ausbildung als Lehreranwärterin ihren Vorbereitungsdienstet an der Schule ab.

 

2.     Unterrichtsarbeit und Veranstaltungen

 

Nachdem ich im letzten Jahresrückblick über die Durchführung der Fremdevaluation berichtet habe, kam durch Auslosung diese Überprüfung der Schule durch das Kultusministerium schneller auf uns zu als gedacht. Ich glaube aber, dass wir durch unsere gute und qualifizierte schulische Arbeit dem relativ gelassen entgegen sehen können und freue mich auf die die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Evaluationsteams. Allerdings stellt die Vorbereitung zu Evaluation eine weitere zeitliche Beanspruchung von Schulleitung und Kollegium  dar.

Wir können mit einem vielfältigen Angebot an Wandertagen, Schullandheimaufenthalten, Theaterbesuchen, Teilnahme an Sportveranstaltungen oder Lerngängen zu außerschulischen Einrichtungen aufwarten.

Die alltägliche Unterrichtsarbeit wurde aufgelockert durch Aktionstage zu den verschiedensten Jahreszeiten, Weihnachtsfeiern, Schülergottesdienste oder schulinterne Sportveranstaltungen.

Erwähnenswert sind sicher auch die Teilnahme der Schule am Umwelttag der Gemeinde und der gelungene Waldtag  der Grundschule in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung.

Das Kollegium ist auch weiter bereit, trotz mancher auftauchender Schwierigkeiten, diesen für das Schulleben wichtigen Gesichtspunkt mit zu tragen, zu pflegen und weiter zu entwickeln. Immer häufiger benötigen wir aber die Mithilfe unserer Elternschaft.

 

3.     Elternzusammenarbeit

 

Schon immer wurde an der Schule auf eine gute Zusammenarbeit mit der Elternschaft Wert gelegt. Denn ein gutes und vertrauensvolles Miteinander, lässt auch Platz für die im Einzelfall kritische Auseinandersetzung. Einvernehmlich wählte der Elternbeirat erneut Frau Regine Schwab,  Frau Annette Huber-Fischer und Frau Diana Grimm als Vertreter der Elternschaft. Alle drei haben bewiesen, dass sie als kompetente Ansprechpartnerinnen aber auch als engagierte Vertreterinnen der Eltern sich in hohem Maße für die vielfältigen Belange an der Schule einbringen.

Da das berechtigte Interesse der Eltern an der, aus ihrer Sicht besten Schullaufbahn ihres Kindes gegensätzlich zur  Meinung der Schule stand, kam es in Einzelfällen zu doch intensiven Auseinandersetzungen, die für alle Betroffenen nicht ganz einfach waren.

Andererseits setzen viele Eltern ein über die Erwartungen hinausgehendes Zeichen, indem sie  bereit waren die 7 Klassenzimmer der Grundschule freundlich und hell mit den, vom Schulträger zur Verfügung gestellten Farben  zu streichen.

 

4.         Förderverein

 

Zu einem wichtigen Bestandteil für die Unterstützung schulischer Angelegenheiten entwickelt sich der Förderverein. Besonders in der Unterstützung für Angebote der Ganztagesbetreuung, der Pausenspiele, der Leseschulung aber auch der finanzieller Unterstützung von Schülern für die Teilnahme an Schullandheimaufenthalten muss besonders der engagierten Vorsitzenden Marlies Sauter aber auch allen Spendern und Förderern gedankt werden. So wurden für diese Zwecke allein 2008 über 2000 € zur Verfügung gestellt.

 

5.         Schulsozialarbeit und außerschulische Partner

 

Immer mehr zeigt sich, dass die Schulsozialarbeit des Hauses Nazareth und die Umsetzung durch Frau Kathrin Goldhofer als Verantwortliche vor Ort, ein unverzichtbarer Baustein im präventiven und sozialerzieherischen Bereich an der Schule geworden ist. Durch vielfältige Angebote und gezielte Beratung kann die Lösung von Verhaltensproblemen einzelner Schüler aber auch die Stärkung aller anderen Schüler bewirkt werden. Auch bei der Umsetzung der Ganztagesbetreuung ist das Team der Schulsozialarbeit, zu dem neben Frau Goldhofer auch Frau Trapp und Frau Kovac gehören, ein unverzichtbarer Partner für die Schule. In diesem Zusammenhang geht der Dank an den Gemeinderat als Kostenträger für die Ausweitung der verschiedenen Beschäftigungsverhältnisse in diesem Bereich.

Gemäß dem Schulleitbild, das die Verankerung in der Gemeinde als wesentlichen Grundsatz beinhaltet, arbeiten wir mit zahlreichen Kooperationspartnern und Vereinen bereits seit Jahren erfolgreich zusammen. Auch die in der Hauptschuldiskussion geplanten Veränderungen werden ein engeres Zusammengehen mit Firmen und Betrieben notwendig machen. Das gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit den Kindergärten und ihren Trägern.

 

6.         Baumaßnahme “Schulhauserweiterung und Ganztagesbetreuung“

 

Wie eingangs erwähnt, ist die Standortsicherung der Grund- und Hauptschule in der Gemeinde mein wichtigstes Ziel. Dazu gehört neben der Sorge um die ständige Verbesserung der Unterrichtsarbeit der Lehrer, dem Einsatz um Personalressourcen und die Umsetzung schulischer Entwicklungen, vor allem auch die bauliche, materielle und strukturelle Qualität der Lilly-Jordans-Schule. In Zusammenarbeit mit und durch die Unterstützung des  Gemeinderats, der Gemeindeverwaltung und der Eltern ist uns dies in den vergangenen Jahren weitgehend gelungen. Besonders deutlich wurde dies aber 2008 durch die Umsetzung der Baumaßnahme“ Grundschulerweiterung und Ganztagesbetreuung“. Für die Schulraumproblematik, den Arbeitsplatz Schule und die Umsetzung der Ganztagesbetreuung und des schulischen Konzeptes wurden sehr gute Voraussetzungen geschaffen, auf denen die Schulgemeinschaft aufbauen kann. Dafür möchte ich auch an dieser Stelle allen, die diese Entwicklung gerne mitgetragen haben recht herzlich danken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7.       Ganztagesbetreuung

 

Nachdem die Umsetzung und Organisation der Ganztagesbetreuung zu Beginn des laufenden Schuljahr der herausragende Schwerpunkt an unserer Schule war, möchte  ich in der folgenden Tabelle einige Zahlen darstellen, die doch gewisse Rückschlüsse auf den Verlauf unserer bisherigen Bemühungen geben. Allerdings und das muss gesagt werden, befinden wir uns erst am Anfang einer Entwicklung, die durchaus noch Änderungen erfahren kann. Wir haben unsere Elternschaft ausführlich und intensiv informiert. Wir benötigen jedoch kritische aber auch positive Rückmeldungen um diesen Bereich weiter auszubauen. Die bisherigen Zahlen bestätigen die von der Schulleitung als Grundlage  für die weitreichenden finanziellen Entscheidungen vorgenommenen

Bedarfsermittlungen.

 

Schlüsselzahlen zur Ganztagesbetreuung an der Lilly-Jordans-Schule

 

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Gesamt

Angebote(Gesamt)

8

3

7

1

19

Schwerpunkt

Schülerzahlen

 

 

 

 

 Sport

19

 

34

 

53

 Kunst

14

 

 

 

14

 Technik

10

 

 

 

10

 Handarbeit

7

13

 

 

20

Theater

14

 

 

 

14

 Musik

10

 

 

 

10

 Naturwissenschaft

 

 

10

 

10

Leseschulung

3

 

3

 

6

Sozial-integrativ

 

 

15

 

15

Offener Treff

 

10

 

10

 

Hausaufgaben

20

7

20

0

47

 

 

 

 

Gesamt

199

Feste Gesamtteilnehmerzahl an den Angeboten mit Ausnahme des offenes Treffs,

da bei diesem die Schülerzahl häufig variiert, weil der Treff nicht verbindlich ist.

Eingesetzte Betreuer

13

6

10

1

30

Zeitaufwand(Min)

680

225

560

45

1510

 

 

 

Stunden

zu 60 min

25,17

Ein weiteres Betreuungsangebot

besteht von Montag bis Donnerstag während

dem Mittagessen. Essenzahl = bisheriger Durchschnittswert

Mittagessen

19

40

18

40

117

 

 

8.       Was bringt die Zukunft?

 

Es wurde schon mehrfach betont, dass die politische und gesellschaftliche Suche nach dem richtigen Weg der Bildung und Erziehung und damit der Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen nicht halt machen wird vor der Diskussion um bestehende Strukturen und Inhalte der Bildungseinrichtungen vor Ort. Dies beinhaltet sicherlich auch, ob man es nun will oder nicht, die Abkehr von liebgewordenen und für sinnvoll erachteten Überzeugungen bei Lehrerinnen und Lehrern, bei den Erzieherinnen der Kindergärten, den Trägern der Bildungseinrichtungen oder bei den Eltern. Um in diesem, von der Politik häufig ohne Rücksprache mit den Betroffenen vorgegebenen Spiel Bestand zu haben, muss in der Gemeinde neben den vielen anderen Problemen, verstärkt das Augenmerk auf die notwendigen Interessen der Kinder jeden Alters noch mehr in den Vordergrund gerückt werden.

Die Lilly- Jordans- Schule wird sich dieser Herausforderung stellen.Dazu ist uns Mitarbeit und Unterstützung in jeder Form willkommen.

Deshalb  lade ich ganz herzlich alle ein, die bereit sind, zum Wohle unserer Kinder und Enkelkinder und deren Zukunft mit persönlichem Einsatz  mitzuwirken.

 

Ich bedanke mich für die Unterstützung, welche die Schule im vergangenen Jahr erfahren durfte, bei meinem Kollegium für das Engagement im Unterricht und in den vielfältigsten schulischen Bereichen, bei der Schulsozialarbeit für die unterstützende Begleitung, beim  Elternbeirat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, bei den Schülerinnen und Schülern am Mitwirken eines weitgehend konfliktfreien Unterrichts- und Schulklimas, bei den Angestellten des Schulträgers für die Arbeit in der Verwaltung und Organisation der Schule und der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat als Vertreter des Schulträgers für die gezeigte Offenheit für schulische Belange.

 

Der ganzen Bürgerschaft wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2009.

 

 

 

 

Peter Maerz, Rektor