Grund-Haupt- und Werkrealschule

                                   Herbertingen

 

Unsere  Lilly- Jordans- Schule—Informationen zur Schule vor Ort

 

4. „Schulanfang auf neuen Wegen“ und „ Schulreifes Kind“ –

zwei Konzepte für den Start in die Schule

 

1.Regularien zur Einschulung:

 

In der Zeit vom 08.04. bis 10.04.2008 müssen  die 54 schulpflichtigen Kinder aus Herbertingen, Mieterkingen und Hundersingen bei der Schulleitung vorgestellt werden. Neben unserer allgemeinen Veröffentlichung im letzten Mitteilungsblatt, wurden die betroffenen Eltern durch ein persönliches Schreiben mit dem genauen Vorstellungstermin über den Ablauf informiert. Wichtig ist dabei, dass die Vorstellung erfolgen muss, unabhängig ob das Kind zurückgestellt werden soll oder ob der Besuch einer anderen Bildungseinrichtung vorgesehen ist. Grundsätzlich ist der Schulleiter in letzter Konsequenz alleiniger Entscheidungsträger für die vorzeitige oder die fristgerechte Einschulung oder für eine Rückstellung. Stellungnahmen des Gesundheitsamtes, des Kindergartens, der Kooperationslehrerinnen oder eines Beratungslehrers werden zur Entscheidungsfindung herangezogen. Sie sind für den Schulleiter jedoch nicht bindend. Entgegen kursierenden Gerüchten bilden weder  Kenntnisse des Lesens, Schreibens oder Rechnens die Grundlage für die Feststellung der Schulreife eines Kindes.

Um auch immer wieder alljährlich zu Problemen führenden Erwartungshaltungen der Eltern vorzubeugen, möchte ich betonen, dass die Zuweisung in eine Klasse, zu Mitschülern oder zu einer bestimmten Lehrperson in erster Linie von schulorganisatorischen Gegebenheiten abhängt. Elternwünsche werden entgegengenommen. Sie haben aber keinen absoluten Anspruch auf ihre Umsetzung.

Mitte Juli erhalten die Eltern Informationen zur Lehrerkraft und der Klasse ihres Kindes sowie zu den benötigten Unterrichtsmaterialien. In Zusammenarbeit mit den Kindergärten und den Kooperationslehrerinnen finden Besuche an der Schule statt. Der erste Elternabend im neuen Schuljahr ist am Montag, den 08.September. Die Einschulungsfeier findet am Mittwoch, den 10. September statt.

 

2. Schulanfang auf neuen Wegen

„Jedes Kind soll die Möglichkeit erhalten, zu dem Zeitpunkt eingeschult zu werden, der seiner individuellen Lernbiografie am besten entspricht“. Diese Aussage der Bildungsministerin Schavan läutete 2003 durch politische Beschlüsse die konkrete Umsetzung des  Projektes „Schulanfang auf neuen Wegen“ ein, das bereits 1996 gestartet wurde.

 

Zielsetzungen des Projekts sind:

 

Abbau der hohen Zurückstellungsquoten

            Erhöhung der Zahl der vorzeitigen Einschulungen

Ein an den individuellen Vorraussetzungen des Kindes orientierter Schulstart durch Flexibilisierung des Einschulungszeitpunktes und durch Flexibilisierung

der Verweildauer in der Schuleingangsstufe

 

Pädagogische und didaktisch-methodische Weiterentwicklung der Schuleingangsstufe und des Anfangsunterrichts.

 

Daraus sich ergebende Merkmale sind:

 

Flexibilisierung der Einschulung

Berücksichtigung der individuellen Lernstände und Lernfortschritte

Förderung aller Kinder von lernschwach bis hoch begabt

Aufbau  einer Gesprächskultur durch intensivere Zusammenarbeit mit Eltern und Kindergarten

Rhythmisierter Schulalltag

Schule als Erfahrungsraum mit  Öffnung nach außen

Offene und individualisierende Lernformen

 

In der konkreten Umsetzung erfolgten folgende Maßnahmen:

 

Stichtagsflexibilisierung( Schuljahr 2007/08 auf 30.September)

Auslösung der Schulpflicht durch die Eltern vom 01.Okober bis 30.Juni

Elterngespräch statt Schulbericht

5 Modelle zur Gestaltung der Eingangsstufe( für die Schulen freiwillig)

Beispiel Modell A2: Klasse 1 und 2 als jahrgangsübergreifende Klasse mit einer Verweildauer von 1  bis 3 Jahren mit 2 Einschulungsterminen im Schuljahr

 

3.Schulreifes Kind

 

Die vielfältigen Diskussionen um den richtigen Einschulungszeitpunkt aber sicherlich auch die offenkundig anwachsende Zahl von förderbedürftigen Kindern mit sprachlichen Defiziten, Verhaltensauffälligkeiten oder  anderen, die spätere schulische Entwicklung hindernden Erscheinungsformen hat die Schulverwaltung bewogen, ein möglichst frühes Netzwerk der Förderung hin zum “Schulreifen Kind“ aufzubauen. Ab dem Schuljahr 09/10 soll bereits ab dem 4.Lebensjahr ein Runder Tisch für förderungsbedürftige Kinder eingerichtet werden. Ziel ist es, dass kein Kind mehr bei der Regeleinschulung zurückgestellt werden muss. An diesem Netzwerk der Förderung sind  in erster Linie die Eltern, die Kindergärten, die Schulen, das Gesundheitsamt, die Frühförderstelle und Beratungslehrkräfte beteiligt.

Für diese Kinder sollen ab dem 5.Lebensjahr Förderangebote entweder in den Kindergärten in Präventivgruppen (4 bis 8 Lehrerwochenstunden ) und in Sprachförderkursen oder in den Schulen ebenfalls in Präventivgruppen oder bei ausreichender Kinderzahl in Präventivklassen ( 18 Lehrerwochenstunden) eingerichtet werden. Die endgültige Organisations- und Finanzierungsstruktur ist allerdings noch nicht ausdiskutiert.

Auf jeden Fall kommen auf unserer Kindergärten, neben den bereits jetzt bestehenden hohen Anforderungen der Umsetzung des Orientierungsplanes weitere belastende Aufgaben zu. Auch der Arbeitsbereich der  jeweiligen Kooperationslehrkräften der Grundschule wird über das jetzt schon abverlangte unbezahlte Engagement hinaus ausgeweitet. Deshalb soll den, an dieser für die schulische Entwicklung jedes  Kindes so wichtigen Schnittstelle wirkenden Personen an dieser Stelle einmal aufrichtig gedankt werden.

Das wohl  wichtigste schulische und kommunalpolitische Thema ist seit nun fast vier Jahren in Herbertingen die Einführung der Ganztagesbetreuung. Während die dazu notwendigen baulichen Voraussetzungen deutlich sichtbar wachsen, müssen die konzeptionellen und organisatorischen Maßnahmen durch den Schulträger und die Schule in nächster Zeit konkretisiert  werden.

Sobald dies erfolgt ist, werde ich unsere Leser über dieses Thema informieren.

 

Peter Maerz, Rektor