Grund-Haupt- und Werkrealschule

                                   Herbertingen

 

Unsere  Lilly- Jordans- Schule—Informationen zur Schule vor Ort

 

3. Hauptschule der Zukunft – Vorstellungen und Wege !

 

Keine Schulart steht im Moment so im Blickpunkt der bildungspolitischen Debatte wie die Hauptschule. Sehr häufig fließen in diese Diskussion verstärkt negative Gesichtspunkte ein,  die diese Schulart und damit auch die betroffenen  Schüler, die Eltern, die Lehrer und das ganze schulische Umfeld in die Ecke der Abwertung und Geringschätzigkeit  stellen. Es wird allzu leicht vergessen, dass nicht alle Kinder geborene Abiturienten sind und ein nicht unerheblicher Prozentsatz eines Jahrganges der besonderen Förderung bedarf. Vergessen wird auch, dass es die Hauptschule war und ist,  die die Probleme der Kinder von Ausländern, von Aussiedler oder  Kriegsflüchtlingen tragen und bewältigen musste. Es ist die Hauptschule, die die wohlbekannten gesellschaftlichen Probleme im erzieherischen Bereich voll zu spüren bekommt. Umso mehr müsste die Achtung vor der Leistung der Arbeit in dieser Schulart gegeben sein.

Andererseits kann man die zurückgehenden Schülerzahlen und die mangelnde Akzeptanz der Hauptschule bei den Eltern und  bei Industrie und Handwerk nicht wegdiskutieren. Lösungsansätze sind dringend notwendig. Diese Positionen sind ebenso vielfältig wie in der politischen Diskussion entsprechend des jeweiligen Standortes auch leider häufig einseitig festgefahren.

Für mich als Schulleiter ist unabhängig von meiner persönlichen Meinung, im Moment die Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Modell des Kultusministeriums maßgebend.

Grundsätzlich beinhaltet dessen konsequente Umsetzung zum einen gravierende strukturelle Änderungen der Schullandschaft durch Schließung oder Zusammenlegung von Schulen zu Schulzentren. Zum anderen werden aber auch weitere  oder neue inhaltliche Schwerpunkte für die Schulart gesetzt.

Leider weist dieses Programm durch ständige, oft kurzfristige Änderungen oder durch das Auftauchen von nicht bedachten Problemen bei der konkreten Umsetzung nicht die Stabilität und Verlässlichkeit auf, die wir Praktiker vor Ort  uns wünschen würden.

 

Stärkung der Hauptschule – Das Programm der Landesregierung

(Stand 30.06.2007)

 

1.Hauptschule in Zahlen (Schuljahr 06/07in Baden-Württemberg)

 

Schülerinnen/Schüler       190 000         Werkrealschüler                             7000

Hauptschulen                          1200          Werkrealschulen                               400

Hauptschulabschluss              80,2%      Werkrealschulabschluss               ´          14,6 %

Migrationshintergrund(B-W)    25,3 %    Übergang GS-HS (B-W)                27,7 % 

in Herbertingen                        13,2 %      in Herbertingen                               41,5 % 

 

 

 

 

 

2. Das Maßnahmepaket auf einen Blick

 

  1. Diagnose, Förderung und Bewertung

Lernstandsdiagnose und individuelle Förderplanung in Deutsch und Mathematik zu Beginn der Klassenstufe 5

Förderung in Mathematik und Deutsch in Klasse 5 und 6 durch insgesamt 3 weitere Unterrichtsstunden

Durchführung einer Kompetenzanalyse in der Klassenstufe 7

Auf Schule und Beruf abgestimmte Lernmodule in Deutsch und Mathematik(Klasse 8)

Abschlussprüfung Hauptschule( Klasse 9)          

Abschlussprüfung Werkrealschule „Mittlere Reife“ ( Klasse 10)

 

  1. Kooperation mit anderen Schularten

Kooperationsklassen Hauptschule-Berufliche Schulen (Klassen 9 und 10)

Erweiterte Kooperation Hauptschule-Realschule (Klassen 5 und 6)

 

c.   Hauptschule und Betriebe

Praxiszug Hauptschule - dieser beinhaltet, dass Schüler neben einem erweiterten Unterrichtsangebot auch regelmäßige Lernangebote in Betrieben erfahren (Klassen 8 und 9)

 

  1. Begleitung

Pädagogische Assistentinnen und Assistenten sollen die Lehrkräfte in den Kernaufgaben unterstützen(Klassen 5-7)

 

Diese Handlungsfelder sollen an allen 1200 Hauptschulen bis Ende des Schuljahres 2009/10 flächendeckend umgesetzt werden.

Wobei sicherlich durch die konsequente Umsetzung viele der 700 einzügigen Hauptschulen in ihrem Bestand gefährdet sein werden.

 

 

In der Zeit vom 08.04. bis 10.04.2008 müssen  die schulpflichtigen Kinder aus Herbertingen, Mieterkingen und Hundersingen bei der Schulleitung vorgestellt werden. Über diesen Verfahrensablauf und die vielen Änderungen im Bereich der Nahtstelle Kindergarten - Grundschule möchte ich in meinem nächsten Beitrag nach den Osterferien informieren.

 

Peter Maerz, Rektor