Grund-Haupt-
und Werkrealschule
Herbertingen
3. Hauptschule der Zukunft – Vorstellungen
und Wege !
Keine Schulart steht im Moment so im Blickpunkt der
bildungspolitischen Debatte wie die Hauptschule. Sehr häufig fließen in diese
Diskussion verstärkt negative Gesichtspunkte ein, die diese Schulart und damit auch die
betroffenen Schüler, die Eltern, die
Lehrer und das ganze schulische Umfeld in die Ecke der Abwertung und Geringschätzigkeit stellen. Es wird allzu leicht vergessen, dass
nicht alle Kinder geborene Abiturienten sind und ein nicht unerheblicher
Prozentsatz eines Jahrganges der besonderen Förderung bedarf. Vergessen wird auch,
dass es die Hauptschule war und ist, die
die Probleme der Kinder von Ausländern, von Aussiedler oder Kriegsflüchtlingen tragen und bewältigen
musste. Es ist die Hauptschule, die die wohlbekannten gesellschaftlichen
Probleme im erzieherischen Bereich voll zu spüren bekommt. Umso mehr müsste die
Achtung vor der Leistung der Arbeit in dieser Schulart gegeben sein.
Andererseits kann man die zurückgehenden Schülerzahlen und die mangelnde
Akzeptanz der Hauptschule bei den Eltern und
bei Industrie und Handwerk nicht wegdiskutieren. Lösungsansätze sind
dringend notwendig. Diese Positionen sind ebenso vielfältig wie in der
politischen Diskussion entsprechend des jeweiligen Standortes auch leider
häufig einseitig festgefahren.
Für mich als Schulleiter ist unabhängig von meiner
persönlichen Meinung, im Moment die Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen
Modell des Kultusministeriums maßgebend.
Grundsätzlich beinhaltet dessen konsequente
Umsetzung zum einen gravierende strukturelle Änderungen der Schullandschaft
durch Schließung oder Zusammenlegung von Schulen zu Schulzentren. Zum anderen
werden aber auch weitere oder neue
inhaltliche Schwerpunkte für die Schulart gesetzt.
Leider weist dieses Programm durch ständige, oft
kurzfristige Änderungen oder durch das Auftauchen von nicht bedachten Problemen
bei der konkreten Umsetzung nicht die Stabilität und Verlässlichkeit auf, die
wir Praktiker vor Ort uns wünschen
würden.
(Stand 30.06.2007)
1.Hauptschule in Zahlen (Schuljahr
06/07in Baden-Württemberg)
Schülerinnen/Schüler 190 000 Werkrealschüler 7000
Hauptschulen 1200 Werkrealschulen 400
Hauptschulabschluss
80,2% Werkrealschulabschluss ´ 14,6
%
Migrationshintergrund(B-W) 25,3 % Übergang
GS-HS (B-W) 27,7 %
in Herbertingen 13,2 % in
Herbertingen
41,5 %
2. Das
Maßnahmepaket auf einen Blick
Lernstandsdiagnose und individuelle Förderplanung in Deutsch und Mathematik zu Beginn der Klassenstufe 5
Förderung
in Mathematik und Deutsch in Klasse 5 und 6 durch insgesamt 3 weitere
Unterrichtsstunden
Durchführung
einer Kompetenzanalyse in der Klassenstufe 7
Auf
Schule und Beruf abgestimmte Lernmodule in Deutsch und Mathematik(Klasse 8)
Abschlussprüfung
Hauptschule( Klasse 9)
Abschlussprüfung
Werkrealschule „Mittlere Reife“ ( Klasse 10)
Kooperationsklassen
Hauptschule-Berufliche Schulen (Klassen 9 und 10)
Erweiterte Kooperation Hauptschule-Realschule (Klassen 5 und 6)
c. Hauptschule und Betriebe
Praxiszug
Hauptschule - dieser beinhaltet, dass Schüler neben einem erweiterten
Unterrichtsangebot auch regelmäßige Lernangebote in Betrieben erfahren (Klassen
8 und 9)
Pädagogische Assistentinnen und Assistenten sollen die Lehrkräfte in den Kernaufgaben unterstützen(Klassen 5-7)
Diese
Handlungsfelder sollen an allen 1200 Hauptschulen bis Ende des
Schuljahres 2009/10 flächendeckend umgesetzt werden.
Wobei
sicherlich durch die konsequente Umsetzung viele der 700 einzügigen
Hauptschulen in ihrem Bestand gefährdet sein werden.
In der Zeit
vom 08.04. bis 10.04.2008 müssen
die schulpflichtigen Kinder aus Herbertingen, Mieterkingen
und Hundersingen bei der Schulleitung vorgestellt werden. Über diesen
Verfahrensablauf und die vielen Änderungen im Bereich der Nahtstelle Kindergarten
- Grundschule möchte ich in meinem
nächsten Beitrag nach den Osterferien informieren.
Peter Maerz, Rektor